David erblickt das Licht der Welt im Spital Zollikerberg
Nach den Erfahrungen, welche Matthias im Geburtskanal gemacht hat, empfehlen die Ärzte, nicht nochmals eine Geburt durch die selbe enge Pforte zu wagen. Deshalb kommt David per Kaiserschnitt zur Welt.
Gute Vorbereitung
Kurz vor dem geplanten Termin lassen sich die Eltern den Operationssaal zeigen. Schritt für Schritt erklärt der Anästhesiepfleger, wie die Geburt ablaufen wird und beantwortet geduldig alle Fragen. Wo welches Medikament gespritzt wird, welcher Schlauch wo angehängt wird, welcher Monitor was zeigen wird, wie geschnitten wird, wie das Kind herausgeholt und anschliessend kinderärztlich untersucht wird.
Alles ist bestens geplant, und - wie den Eltern versichert wird - für das Team absolute Routine. Es werde alles sehr schnell gehen, so circa zehn Minuten. Wie ganz anders muss diese Geburt verlaufen, verglichen mit der letzten.
Erstens kommt es anders ... und zweitens als man denkt
Eine der Aussagen, welche den Eltern aus dem Geburtsvorbereitungskurs bei Matthias im Gedächtnis hängen blieb, ist, dass jede Geburt einzigartig sei und auf jeden Fall anders als man sich das vorstellt. Auch bei David war das nicht anders.
Wie geplant trafen die Eltern am frühen Nachmittag im Spital ein. Im Gebärzimmer wurden letzte Kontrollen und Operationsvorbereitungen durchgeführt, und gute zwei Stunden später die Mutter in den Operationssaal gefahren. Alles läuft genau so, wie das ein paar Tage vorher besprochen wurde.
Der Schnitt ist durchgeführt, der Weg aus der Gebärmutter frei. Doch dann streckt David statt dem Kopf die Hand aus dem Bauch und winkt dem Ärzteteam mit der Nabelschnur entgegen. So kann der Bub nicht herausgeholt werden. Die Hektik im Raum wird spürbar, doch zum Glück sind Profis am Werk, welche auch mit dieser Situation umgehen können. Hand und Nabelschnur werden zurück in die Gebärmutter geschoben, und mit etlichem Drücken, Stossen, Ziehen und Zupacken gelingt es, David weitgehend unversehrt aus dem Bauch zu holen.
Es ist ein Junge! Und dem geht es schon ganz prächtig.
David scheint der einzige im Operationssaal gewesen zu sein, der von der Aufregung nichts mitbekommen hat. Den besorgten Eltern wird versichert, dass er keine erhöhten Anzeichen von Geburtsstress aufweist und es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Bei den nachfolgenden Untersuchungen wird der erste Eindruck bestätigt. Anders als bei seinem Bruder ist eine Verlegung auf die Neonatologie oder gar ins Kinderspital zum Glück nicht nötig.
Schon bald darf David an die Brust seiner Mutter, und er macht erste zielgerichtete Versuche, etwas Flüssigkeit aus der Brust herauszusaugen. Mutter und Sohn geniessen das Beisammensein.
Auch der erste Fototermin steht schon an, und in der Babygalerie kann er unterdessen bestaunt werden.